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Freitag

05.11.2021

20:30

SCHOOL OF ZUVERSICHT

VVK: 12 Euro zzgl. Gebühren

AK: 15

Caught in a trap
Von Klaus Walter

„Die Arbeitsweise ist die gleiche geblieben, die Kritik an den Verhältnissen ist aber etwas subtiler geworden.“ Sagt DJ Patex aka School Of Zuversicht über ihr neues Album "An allem ist zu zweifeln". „Randnotizen From Idiot Town“, das erste Album von School Of Zuversicht erschien im Januar 2010. Zehn Jahre später nun also dieser seltsam über Eck formulierte Imperativ: "An allem ist zu zweifeln." Der klingt harscher und kategorischer als Tocotronics präsidial abgewogenes „Im Zweifel für den Zweifel“, was möglicherweise daran liegt, dass er von Karl Marx stammt. „Es geht um das Prinzip des Anzweifelns, nicht des Verzweifelns an der Welt,“ sagt Patex, und weiter: „Um mit diesem Zweifel Dinge produktiv neu zu denken. Eine genuin künstlerische Eigenschaft, die im besten Fall in neuen Entwürfen oder (realen) Utopien mündet. Mit Buckminster Fuller: `You never change things by fighting the existing reality. To change something, build a new model that makes the existing model obsolete.´"

Die Kritik an den Verhältnissen mag etwas subtiler geworden sein, an Idioten mangelt es auch auf dem neuen Album nicht. Den „Idiots of emotion“ aus

„Randnotizen From Idiot Town“ folgt diesmal „Salon der Idioten“, ein sieben Minuten-Puzzle aus Bass, Pfeifen, Hi Energy und einem Gesangsdialog zwischen DJ Patex und ihrem langjährigen Spielkameraden Knarf Rellöm. „You‘ve got no fire anymore, You‘re a cheerful soul” wiederholt Patex zu einem von künstlichen Bläsern und dem wiederkehrenden Pfeifenchor planningtorockesk hochgetuneten Housetrack, bevor Knarf Rellöm im höchsten Falsett, das ihm zur Verfügung steht, mit einer Sylvester / Jimmy Somerville Impersonation antwortet: „Ihr habt kein Feuer mehr, im Kopf und im Herz“, worauf wiederum Patex erwidert „You‘re a cheerful soul“. „Cheerful soul“ übersetzt der Dictionary als „muntere Seele“, „fideles Huhn“ oder einfach: „Frohnaturen“. Bei 6.53 Minuten, du dachtest gerade, dass Falsetto Rellöm zu „Love to love you Baby“ rüberwechselt, verschwindet die Musik, bevor Knarf Rellöm mit allem Weltekel, der ihm zur Verfügung steht (und das ist nicht wenig) ohne Falsett deklamiert: „Ihr seid einfach scheiße Frohnatuuuuuuuuuuuuaaaaaaaaaaaahhhhhn.“

So endet „Salon der Idioten“.

„Wie der Vorgänger ist `Salon der Idioten´ eine Kritik an den vorgefundenen Verhältnissen, das Ich und die Welt, die Idioten, von denen man manchmal selbst einer ist,“ sagt Patex.

Die Idiot Town von 2010 ist zehn Jahre drauf zum Salon geschrumpft. Sind nicht mehr die anderen die Idioten, sind die Idioten jetzt unter uns, unsere Folks in unserem Salon? Die sich wie Rebels For Life fühlen, wenn sie Masken verweigern und Bill Gates zur Hölle wünschen. Die auf muntere Seele und fideles Huhn machen und so kaschieren, dass sie kein Feuer mehr haben? Wo es doch wenig Gründe gibt, die Frohnatur zu performen, zehn Jahre nach Idiot Town. So könnte es gewesen sein, aber wie immer unterläuft die Musik eine Vereindeutigung, deswegen hören wir ja Musik und lesen keine Pamphlete. Ohne unzulässig vereindeutigend zu interpretieren darf die anhaltende Anwesenheit von Idioten im Werk von School Of Zuversicht aber schon als Indiz für anhaltendes Nichteinverstanden sein mit den Dingen wie sie sind gewertet werden, glaube ich. Also im Sinne von: Idioten rule the world und sorgen dafür, dass mein Leben nicht munter, fidel und froh ausfällt. Für diese These spricht, dass ähnliche Idioten auch im engeren künstlerischen Umfeld von School Of Zuversicht anzutreffen sind. Die Rede ist hier nicht von Dostojewski, Dylan, Sartre und Iggy Pop, auch nicht von Britta, Die Sterne und Die Regierung, die alle ihre Idioten hatten. Eher von Guz (r.i.p.) und seinem „Idiotental“ und von Avanti Knarf Rellöms „Der Idiot“.

Auf „Salon der Idioten“ folgt der Neo-New Wave Hit des Albums, überhaupt der Hit, auch der Dylan-Hit. Wieder Idioten am Start. Der Song trägt den Supertitel: „Nur weil du mir deine Wunden zeigst, bist du noch lange nicht mein Heiland.“

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